Die Erde im Mittelpunkt

Claudius Ptolemäus * um 100, möglicherweise in Ptolemais Hermeiou, Ägypten; † nach 160, vermutlich in Alexandria, war ein griechischer Mathematiker, Geograf, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph.

Ptolemäisches WeltbildNach Ptolemäus befindet sich die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls. Alle anderen Himmelskörper (Mond, Sonne, die 5 Planeten und der Sternhimmel) bewegen sich in kristallenen Sphären auf als vollkommen angesehenen Kreisbahnen (Deferent) um diesen Mittelpunkt.

Um astronomische Beobachtungen mit diesem System in Einklang zu bringen, war es allerdings notwendig, alle Himmelskörper auf ihren Bahnen weitere Kreise (Epizykel) um diese Deferenten ziehen zu lassen – siehe Epizykeltheorie – und teilweise noch weitere Bewegungen um die primären Epizykel.

Durch den Einsatz solcher (gegeneinander leicht geneigter) Bahnen konnte Ptolemäus sein Modell mit den damals noch freiäugigen Beobachtungen in Einklang bringen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemäus

Die Erde im Mittelpunkt
Nach der im Mittelalter überall gängigen Vorstellung steht die Erde im Mittelpunkt eines Kosmos aus perfekten Sphären, in denen sich unsere Himmelskörper aufhalten…

Die Physik der Kristallsphären

Wie der Kosmos entstand, erklärte der mittelalterliche Gelehrte Robert Grosseteste mit Hilfe seiner eigenen Physik. Ein Team aus Historikern und Physikern ließ sein Universum nun in einer Computersimulation wiederaufleben.

Es war kein ganz gewöhnliches Manuskript, das wir Anfang des Jahres bei einem Fachjournal zur Veröffentlichung einreichten. Nicht so sehr des Themas wegen – das passte gut in eine Zeitschrift über Astrophysik, immerhin ging es um Berechnungen über die Interaktion von Materie und Licht im frühen Universum. Nein, außergewöhnlich war unser Ausgangspunkt: ein mittelalterliches Manuskript aus der Feder von Robert Grosseteste, einem englischen Gelehrten des 13. Jahrhunderts.

Seine im Jahr 1225 auf Latein verfasste Schrift „De Luce“ (Über das Licht) ist durchdrungen von mathematischem Denken und ganz der Natur des Kosmos und der Materie gewidmet. Vier Jahrhunderte vor Newtons Gravitationsgesetzen und sieben Jahrhunderte vor der Urknalltheorie beschrieb Grosseteste seine Vorstellung eines Universums, das in einer gewaltigen Explosion geboren wurde, woraufhin eine Kristallisation der Materie einsetzte. Im Zuge dessen entstanden nicht nur Sterne und Planeten, sondern schließlich ein ganzer Kosmos aus ineinandergefügten Sphären mit der Erde als Mittelpunkt.

„De Luce“ ist unseres Wissens der älteste bekannte Versuch, Himmel und Erde mit ein und demselben Satz physikalischer Gesetze zu beschreiben. Was der Autor dagegen wohl nicht ahnte, ist, dass seine Ausführungen auch die Existenz zahlloser Universen nahelegen. Dabei steht einer kleinen Gruppe wohlgeordneter Universen ein Ozean aus solchen ohne Struktur gegenüber – ein „Multiversum“, wie es auch die moderne Physik kennt.

Übersetzt und interpretiert wurde Grossetestes Abhandlung im Rahmen eines interdisziplinären Projekts unter der Leitung der Durham University, an dem neben Philologen und Mediävisten auch Physiker und Kosmologen mitwirkten (mehr zu unserem Projekt finden Sie auf unserer Website ordered-universe.com). Die Zusammenarbeit erwies sich als äußerst bereichernd – für die Naturwissenschaftler ebenso wie für die Geisteswissenschaftler im Team. Weiterlesen…

Quelle: http://www.spektrum.de/alias/mittelalterliches-multiversum/die-physik-der-kristallsphaeren/1282477