Wikipedias Zukunft hat begonnen

 

von Barbara Fischer – Es war fast so heiß wie vor einem Jahr in Hongkong. Und während dort die Zeitmaschine das Publikum noch zehn Jahre in die Zukunft katapultieren musste, hat die Zukunft am Sonntag im Jüdischen Museum Berlin schon begonnen.

Siebzehn Projekte stellten sich dort im Programmierwettbewerb „Coding da Vinci“. Weiterlesen…
Quelle: http://blog.wikimedia.de/2014/07/08/die-zukunft-hat-begonnen/

Es war auch für uns vier Veranstalter bis zur letzten Minute spannend, von welcher Qualität die Leistungen aus der Community der Coderinnen und Entwickler sein würden. Natürlich wurden nicht alle Projekte zu Gewinnern. Doch wir wurden für das Warten belohnt! Eines der Projekte, obwohl ohne Preisauszeichnung, möchte ich dennoch besonders würdigen: Mnemosyne. Die Göttin der Erinnerung stand Patin für diese ambitionierte Website. Wer kennt sie nicht, die herrlichen Momente der Erkenntnis, wenn man im Linkhopping durch die Wikipedia streift? Und wer hat schon einen Universalgelehrten als Begleiter, der beim Flanieren durch die Hallen des Museums einen in die Weiten des assoziativen Denkens verführt? Universalgelehrte als Lebensform sind laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Diesem letzten Umstand trägt das Projekt Mnemosyne Rechnung. Es möchte den Besuchern komplexer Archivwelten durch eine Kombination aus Zufallsalgorithmen das Stöbern und Entdecken wieder einfacher und sinnlicher machen. Auch wenn bei der Präsentation auf der Bühne einiges nicht funktionierte – das Potential der in Beton gegossenen Mnemosyne blitzte doch auf. Hoffentlich bricht die Arbeit an diesem Projekt nicht ab. Sondern es findet sich im Gegenteil ein Museumsverbund, der mittels Mnemosyne seinen Besuchern seine komplexen Sammlungen im Stöber-Modus erschließen möchte.

Nach 2 Stunden Präsentation und einer Stunde Mittagspause standen die verdienten Gewinner in den fünf Kategorien fest und die Preise wurden von der Jury überreicht. Die fünf Gewinner >>>
Quelle: http://blog.wikimedia.de/2014/07/08/die-zukunft-hat-begonnen/

 

Mnemosyne. Die Göttin der Erinnerung

Archive werden mit steigender Komplexität spannender aber auch schwieriger zugänglich. Wie kann ich nach etwas suchen, dass ich nicht kenne? Wie können Inhalte dargestellt werden, die den Nutzer animieren feste Denkstrukturen zu überwinden?

Ohne sich durch lange Verzeichnisse zu hangeln oder von Hyperlink zu Hyperlink zu Hyperlink wird dem Nutzer ein Interface angeboten, dass ihm eine collagenartige Übersicht von Inhalten darstellt. Die Cluster entstehen durch den Verwandtschaftsgrad der Inhalte, der über einen Drehregler eingestellt werden kann. Es geht um die Bewegung weg vom Suchbegriff in unbekanntes Terrain. Angezeigt wird immer eine zufällig generierte Collage von maximal 5 Einträgen.

Ziel ist es dem Betrachter ein Stöbern zu ermöglichen und Schätze aus dem Archiv ins Gedächtnis zu rufen. Die Rekombination der Inhalte durch die Collage schafft unerwartete Interpretationsmöglichkeiten.

Neben einem Browserinterface stellen wir uns auch eine Rauminstallation (Projektionsfläche und Terminal) für Museen oder Bibliotheken vor.
Projektseite: https://github.com/kollektivpp/CodingDaVinci-Mnemosyne