König zu sein ist gar nicht schwer, seine Tochter dagegen sehr…

Es war einmal…

Eine Königstochter verhöhnt alle geladenen Freier, besonders einen König mit schiefem Kinn, seither genannt Drosselbart. Zornig gibt ihr Vater sie einem bettelnden Spielmann, der sie heimführt. Unterwegs bewundert sie schöne Besitzungen und erfährt voller Reue, dass alles König Drosselbart gehört. Sie muss in des Spielmanns Häuschen arbeiten, der betont ihre Unfähigkeit. Flechten und Spinnen misslingt ihr, so muss sie Geschirr auf dem Markt anbieten. Die Leute kaufen gern, doch das zweite Mal zerbricht ihr ein betrunkener Husar zu Pferde die Ware. Ihr Mann schimpft und schickt sie als Küchenmagd ins Königsschloss, wo sie aushilft und Essensreste heimbringt. Zur Hochzeit des Königspaares will sie zusehen, doch König Drosselbart zerrt sie auf die Tanzfläche, dass ihr die Reste aus den Taschen fallen, holt sie auf der Treppe ein und gibt sich zu erkennen. Er hatte sich als Spielmann verkleidet, ihren Hochmut zu strafen, und war auch der Husar gewesen. Sie feiern Hochzeit.

Erklärung zur Entstehung:
Eines Abends soll Fürst Leopold von Anhalt- Dessau die Dessauer Spittelstraße hinaufgeritten sein. Als er dabei an den Topfwarenhändlerinnen vorbeiritt, fragte er, wie denn das Geschäft gewesen sei. Die Topfhändlerinnen klagten und lamentierten. Daraufhin ritt der Fürst mitten in die Topfwaren hinein, so dass bald nur noch Scherben zu sehen waren. Die Marktfrauen schrien und heulten, doch je mehr sie das taten, umso ungestümer verhielt sich ihr Landesherr. Am Ende war kein einziges Stück mehr ganz. Als der Fürst alles zerritten hatte, forderte er die Marktweiber auf, gleich mit aufs Schloss zu kommen und er bezahlte ihnen den angerichteten Schaden Heller bei Pfennig, so dass die Weiber doch noch einen guten Markt gemacht hatten. Es ist überliefert, dass die Brüder Grimm von dieser Begebenheit gehört haben.

Klassifizierung (von lat. classis, ‚Klasse‘, und facere, ‚machen‘) nennt man das Zusammenfassen von Objekten zu Klassen (Gruppen, Mengen).
Eine Klassifizierung erfordert entweder die Abstraktion oder aber die Bildung einer mehrschichtigen Struktur: eines Komplexes (siehe Komplexität). – In der Semiotik heißen diese beiden Methoden „klassenbildende“ bzw. „komplexbildende Superierung“.

Klassifizierung kommt in allen Bereichen des Denkens vor; in der Philosopshie, Pychologie, Ethnologie und anderen anthropologischen Wissenschaften wird jedoch stattdessen der Begriff „Kategorisierung“ benutzt. Damit wird die elementare Fähigkeit benannt, unterschiedliche Entitäten (Gegenstände, Lebewesen, Vorgänge, Abstrakta) intuitiv zu sortieren und entsprechenden Sammelbegriffen (Kategorien) unterzuordnen.

„Klassifizierung“ steht hingegen eher für die bewusst geplante Ordnung von Wissen im Rahmen einer konkreten Betrachtung nach objektivierbaren, einheitlichen Kriterien (häufig in Mathematik, Naturwissenschaft und Technik).

Da erst die Klassifizierung realer Informationen eine geordnete Verarbeitung ermöglicht, ist die Klassifizierung ebenso zentraler Bestandteil vieler Anwendungen der Informatik. Dort wird die sog. Automatische Klassifizierung als Grundlage der Mustererkennung wissenschaftlich untersucht.

Bei einer Klassifizierung kann es durch Fehler in der Vorgehensweise und/oder Eigenheiten der einzuordnenden Objekte zu Fehlentscheidungen, sog. Fehl- oder Falschklassifikationen, kommen. Um anzugeben, wie sicher man sich bei einer Zuordnung ist, empfiehlt es sich daher, jeder Entscheidung eine Angabe über ihre Zuverlässigkeit beizufügen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Klassifizierung

Laut Hedwig von Beit beruht die Ablehnung der Freier auf unbewusster Vateridentifikation (Animus), was zu Isolation führt, die andererseits durch die Animusgestalt des fremden Bettlers durchbrochen wird. Sein Bart verweist in anderen Fassungen auf Teufel oder Odin, seine Musik verführt oder aber führt zum Selbst. Die Entrückung konfrontiert zugleich mit realer Härte des Lebens. Statt männlicher Selbstherrlichkeit wird nun ihre Weiblichkeit ebenfalls zunächst übertrieben exponiert. Das führt zu erneuten Affektausbrüchen, bis die auseinandergerissenen Gegensätze, naturhafte und geistige Anteile auf höherer Ebene integriert werden (Hochzeit). Die weibliche Psyche durchlebt also schattengleiche Lebensform und erkennt ihr höheres Selbst. Eine Deutung von der männlichen Psyche aus müsste dagegen eine leidensreiche Suche der Seele nach dem Selbst annehmen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/König_Drosselbart

Für die Klassifizierung von König Drosselbart lässt sich vermuten, dass die Königstochter als solches auch den Herrscher darstellen soll. Mit dem Märchen wird also insgeheim auch der Unterhaltungswert von Geschichte bzw. die Erzählkunst seiner Phantasie selbst reflektiert, wenn die Erzähler, mit Respekt für die Aufgaben des Königs, mit einer erfundenen Geschichte auch den ganzen Staat zu verzücken vermag. Damit erschliesst sich das auch für die Aussage zur Entstehung, dass Fürst Leopold von Anhalt- Dessau mit dieser wilden Aktion zu Pferde, wirklich den Ausschlag für diese Literatur gab.
Wie in der Darstellung von Hedwig von Beit bereits vermerkt, ist hier ganz stark ein kultureller Hintergrund in der Geschichte verarbeitet.

Da sich allenfalls durch jeweiligen Orte auch die Geschäfte für diese Bewohner ändern, kann man das als Urkunde bzw. für das Land wichtigsten Gesellschaften verstehen. Mit diesen Figuren in die sich der angehende Ehemann verwandelt, holt er sich die Königstochter ab, wird also das ganze Land verwaltet, je nach Fähigkeit des Mannes/ Regenten bzw. dann der Zuhörer, kann man sich die Märchenreise als Freiheit für Leibeigene, als Bürger oder als König gut vorstellen. Da sich seine Tochter nicht wie vom Vater gewünscht an einen Edelmann verheiraten lässt, ist sie auf sich allein gestellt, da es sich aber zum guten wendet, scheint im Verlauf der Geschichte beinahe unmöglich. Damit ist auch dem Wunsch selber König zu werden, Rechenschaft getan und diese Position daher als eine zufällige Laune erklärt, welche sich nur durch eine Reihe von mehr oder weniger nachvollziehbaren Sachverhalten erhalten lässt.
Das Schloss und der König haben darum auch eine zentrale Rolle in der Geschichte, und die Dienste die ein König für sich in Anspruch nehmen will, sind Werte, die ihm durch seine Gefolgsleute aufgetragen werden, also ihn bedienen oder um dem König gleich zu sein – wie seinem Bildnis nahestehende Personen auch für sich erwarten.

Der Wunsch selber König zu sein oder seine Königstochter zu sein ist allgegenwärtig, auch dass man dieses Problem nicht so lösen würde, wie es die Geschichte vermuten lässt, diese Happy End wäre so gar nicht zu erahnen. Jedoch sprechen dann die Figuren und Handlungen wieder die jeweiligen Instinkte an, also spielt ein Mann mit der Frage, was die Königstochter Wert haben muss, und eine Frau erhält durch die weiteren unzähligen Missglücke der „Königin“ dass man durch Geld vielleicht davon verschont sein könnte, jedoch bliebe die Hingabe zu einem Mann doch die eigentliche Aufgabe…

Natürlich kann ein Spielman sie nicht gegen einen Reiter bzw. den in dieser Person vermuteten Soldaten beschützen, sowie auch die schlechte Bezahlung für ihre Hilfsdienste im Schloss, stellen für einen Musiker die ganz „alltäglichen“ Probleme dar und in seinem einfachen Leben ist auch der gute Wille eines Königs für ihn persönlich bzw. eine Gesellschaft ein Erfolg und in der Geschichte die Königstochter wieder durch diese Beschäftigung am Hof mit dem gleichen Schicksal verbunden.
Die Wünsche eines Königs spielen daher vermutlich nicht so ab wie die irgendeines nächsten Anderen – ihm Untergebene. Seine Zeit überdauert er vermutlich eher mit der Planung von Kriegen und Macht, bzw. ist es nur möglich immer wieder König zu sein wenn ihm Andere keine Probleme machen können, und ihm alle Fähigkeiten bzw. in ihrer Berufung zum Hof zur Verfügung stehen.

Die Gebrüder Grimm

Porträt der Gebrüder Grimm
Wilhelm und Jacob Grimm, Elisabeth Jerichau- Baumann

Brüder Grimm nannten sich die Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859) bei gemeinsamen Veröffentlichungen, wie zum Beispiel der ihrer weltberühmten Kinder- und Hausmärchen. Die Brüder gelten gemeinsam mit Karl Lachmann und Georg Friedrich Benecke als „Gründungsväter“ der Germanistik.

Die Familie Grimm lebte in Hanau. Der Urgroßvater, Friedrich Grimm der Ältere (1672–1748), und der Großvater, Friedrich Grimm der Jüngere (1707–1777), waren Geistliche des reformierten Glaubensbekenntnisses. Die Eltern Dorothea und Philipp Wilhelm Grimm hatten in ihrer Ehe neun Kinder, von denen drei als Säuglinge starben. Neben Jacob und Wilhelm erlangte der jüngere Bruder Ludwig Emil als Maler Bedeutung. Das Geburtshaus der Brüder Grimm stand am alten Paradeplatz in Hanau. Ihre Jugend verbrachten sie in Steinau an der Straße, wo der Vater eine Stelle als Amtmann hatte.

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1808 musste Jacob Grimm als Ältester der Familie für deren Unterhalt sorgen. Seit 1807 hatten Jacob und Wilhelm Aufsätze über Minnesang in Fachzeitschriften veröffentlicht. Nach dem Kuraufenthalt Wilhelms in Halle waren die Brüder wieder gemeinsam in Kassel, und 1811 veröffentlichten sie ihre ersten selbständigen Bücher: Jacob Über den altdeutschen Meistergesang und Wilhelm Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. 1812 folgten die ersten gemeinsamen Bücher der Brüder (eine Ausgabe des althochdeutschen Hildebrandlieds und des Wessobrunner Gebets) und zu Weihnachten der erste Band der Kinder- und Hausmärchen. Zu dieser Zeit versuchten sich die Brüder auch an einer deutschen Ausgabe der Edda sowie des Reineke Fuchs. Von der Edda erschien 1815 nur ein erster Band, der keine Fortsetzung fand, da die Brüder Grimm auf diesem Gebiet von anderen Forschern überholt wurden. Den Reinhart Fuchs in mehreren mittelalterlichen Versionen gab Jacob erst 1834 heraus – dann allerdings mit einer umfangreichen Einleitung über das Wesen des Tierepos. Von 1813 bis 1816 brachten die Brüder darüber hinaus drei Bände der Zeitschrift Altdeutsche Wälder heraus, die altdeutsche Literatur zum Inhalt hatte und dann wieder eingestellt wurde.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Brüder_Grimm