Die Wahrheit und Nichts als die Wahrheit 2

Wer also ein Sein oder Nicht- Sein prädiziert, muss Wahres oder Falsches aussprechen…

Die Schule von Athen. Raffael, 1511
Ein Philosoph (griechisch φιλόσοφος philósophos „Freund der Weisheit“)

Die Wahrheit lässt sich miteinander teilen, für uns alle ist sie ein Begriff und haben ihr dafür den Rang zum „Müssen- Erfahren“ ausgestellt, und bewahren sie als der menschlichen Ewigkeit gegeben. Wie Funktioniert eine Mitwirkung auf Ewigkeit oder ist das schon alles wieder göttliche Bestimmung.

Dialektisch- materialistische Widerspiegelungstheorie Übereinstimmung zwischen Bewusstsein und Objekt Bewusstsein (orthodox) oder Aussage (modern) erfolgreiches Handeln.

Marx formuliert mit dem Dialektischen Materialismus eine Widerspiegelungstheorie der Wahrheit. Wahrheit ist demnach eine Übereinstimmung des Bewusstseins mit dem bewussten Objekt. Sie steht im Dienst der Praxis und wird allein daran gemessen. Marx drückt dies in seiner zweiten These über Feuerbach aus:

„Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage.

 „Die Grammophonplatte, der musikalische Gedanke, die Notenschrift, die Schallwellen, stehen alle in jener abbildenden Beziehung zueinander, die zwischen Sprache und Welt besteht.“
– Ludwig Wittgenstein: Tractatus Logico-Philosophicus. 4.014.

Semantische Theorie der Wahrheit

„x(p) ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn p“

Unsere Sprache ist manchmal Mehrdeutig, wenn man also eine Wahrheit ausspricht, dann kann die nicht nur Individuell von unterschiedlichem Standpunkt sein, auch muss das ausgesprochene vom Zuhörer im richtigen Zusammenhang verstanden sein. Es gibt also ein  Diskursuniversum (der Objektsprache)…

Die einflussreichste sprachanalytisch orientierte Theorie ist die semantische Wahrheitstheorie von Alfred Tarski (auch logisch-semantische oder formal-semantische Wahrheitstheorie). Tarskis Ziel ist eine Definition der Wahrheit im Anschluss an den Gebrauch der Umgangssprache und in Präzisierung der Korrespondenztheorie. Darüber hinaus gibt er zusätzlich an, wie und unter welchen Bedingungen von einem vorgelegten Ausdruck bewiesen werden kann, dass er wahr sei.
Redundanztheorie. Der Begriff der Wahrheit wird nur aus stilistischen Gründen verwendet, oder um der eigenen Behauptung Nachdruck zu verleihen – gut überlegte Sätze, aber beinhalten kein Wahrheitskriterium, siehe fünf ist eine Primzahl!

Die Redundanztheorie der Wahrheit, auch deflationistische Wahrheitstheorie, besagt, dass Sätze, in denen das Wort „wahr“ vorkommt, in der Regel redundant sind. Dieser Begriff kann danach ohne Informationsverlust aus der Sprache eliminiert werden; es ist in einem gewissen Sinne überflüssig. Als Hauptvertreter der Redundanztheorie werden gewöhnlich Frank Plumpton Ramsey, Alfred Jules Ayer und Quine genannt. Dieser Ansatz kann gemäß Dummett bis auf Gottlob Frege zurückgeführt werden, der in seinem Werk Über Sinn und Bedeutung 1892 den Grundgedanken der Redundanztheorie formulierte:

„Man kann ja geradezu sagen: ‚Der Gedanke, dass 5 eine Primzahl ist, ist wahr.‘ Wenn man aber genauer zusieht, so bemerkt man, dass damit eigentlich nicht mehr gesagt ist als in dem einfachen Satz ‚5 ist eine Primzahl‘. […] Daraus ist zu entnehmen, dass das Verhältnis des Gedankens zum Wahren doch mit dem des Subjekts zum Prädikate nicht verglichen werden darf.

Performative Theorie das, was man tut, wenn man sagt, eine Aussage sei wahr Handlung / Sprechakt / Selbstverpflichtung eigenes Verhalten

Ramseys Redundanztheorie hatte eine große Wirkung auf die Diskussion des Wahrheitsbegriffs in der sprachanalytischen Philosophie. Einen der wichtigsten Versuche einer kritischen Ausarbeitung unternahm Peter Frederick Strawson im Jahre 1949 in seinem Aufsatz Truth, in dem er eine performative Theorie der Wahrheit entwickelte. Strawson gibt der Redundanztheorie insofern Recht, als er behauptet, dass „man keine neue Aussage macht, wenn man sagt, dass eine Aussage wahr ist“. Dennoch sei die Nennung der Wahrheit nicht überflüssig, da „man etwas über die bloße Aussage Hinausgehendes tut, wenn man sagt, diese Aussage sei wahr“.

Die Wahrheit macht ihren Weg…
Der Ausdruck „ist wahr“ ist für Strawson kein metasprachliches Prädikat, das zum Sprechen über Sätze verwendet wird. Er stellt vielmehr eine „Äußerung ohne Sinn und Zweck (pointless utterance)“ dar. Der Gebrauch von „ist wahr“ ist ein „sprachlicher Vollzug“, mit dem man eine Aussage bloß noch bestätigt, ohne dass inhaltlich etwas Neues ausgesagt wird. Der Ausdruck „es ist wahr, dass“ ist demnach nur der Modus des Aussagens, ein „Performator, welcher eine zunächst bloß mögliche Aussage in eine wirkliche (freilich möglicherweise falsche) Behauptung überführt.

Die Kohärenztheorie der Wahrheit tauchte Ende des 19. Jahrhunderts im Neuhegelianismus des angelsächsischen Raums auf, etwa bei Francis Herbert Bradley und Brand Blanshard. Sie spielte auch in den Diskussionen des logischen Empirismus und des Wiener Kreises eine Rolle, wobei Otto Neurath eine Kohärenztheorie präferierte, während Moritz Schlick einer Theorie der Korrespondenz den Vorzug gab. In ihrer einfachsten Form besagt die Kohärenztheorie, dass die Wahrheit oder Richtigkeit einer Aussage darin besteht, sich widerspruchslos in ein System von Aussagen einfügen zu lassen. So formuliert Otto Neurath:

„Die Wissenschaft als ein System von Aussagen steht jeweils zur Diskussion. […] Jede neue Aussage wird mit der Gesamtheit der vorhandenen, bereits miteinander in Einklang gebrachten Aussagen konfrontiert. Richtig heißt eine Aussage dann, wenn man sie eingliedern kann. Was man nicht eingliedern kann, wird als unrichtig abgelehnt. Statt die neue Aussage abzulehnen, kann man auch, wozu man sich im allgemeinen schwer entschließt, das ganze bisherige Aussagensystem abändern, bis sich die neue Aussage eingliedern lässt.

Insofern kann also Wahr oder Wahrheit sein was nicht kritisiert wird, Da sich das menschliche Sein gewissermassen nur von einzelnen Erfahrung der Personen unterscheiden wird – aber Wahrheit als solches ein Ganzes sein muss – gelten die unterschiedlichen Interpretationen nicht als mögliche Fehlerquelle. Nur die Inhalte könne als bestmögliche Inhalte angesehen werden, wenn die Korrespondenz bzw. die Redundanz teilweise nicht vorhanden bzw. unvollständig ist, da die nötigen Erfahrungen fehlen.
Es ist sogar möglich das eine ganze Sprache also die Personen die in ihrer zugehörigen kulturellen Kommunikation, um Wahrheit zu sagen, keine eigenen Möglichkeit haben und einen Zugang zur Wahrheit ohne vergleichbares Wissen einer anderen, grösseren Sprachregion nicht erlangen können. Das ist möglich weil die menschliche Sprache verschiedensten Zweck erfüllen muss, und es durch unsere Natur gewisse subjektive Bedürfnisse gibt, und die aktiven Inhalte (Grösse) zu einem grossen Teil für soziale Funktionen zur Verfügung stehen.

Gemäss Günther Patzig’s gesammelte Schriften IV gibt es wie folgt zu erwähnen:
Das Programm der Sprachkritik wird zur Zeit vor allem unter den ruhmreichen Feldzeichen der neuen mathematischen Logik entwickelt. Die natürliiche Sprache enthält, so können wir etwa bei Bertrand Russell (A History of Western Philosphy, London 1946) lesen, eine verstaubte Metaphysik der Substanzen und Eigenschaften.

So kann man den Kalkül der Logik heranziehen, um die Bauprinzipien natürlicher Sprachen zu untersuchen, Besonders etwa im Bericht der Grammatik, in dem früher das Lateinische als Norm diente, vor dessen Hintergrund die formale Eigenart jeder Sprache ins Licht gesetzt wurde, ist das Bedürfnis nach einem Bezugssystem deutlich geworden, das für alle Sprachen dienen kann, aber nicht selbst eine natürliche Sprache ist… Seit einigen Jahren gibt es auch eine neue Disziplin: die strukturelle Analyse natürlicher Sprachen mit Hilfe der mathematischen Logik.

Gemäss den Sprachforschern Diderot und Saussure entstand unsere Sprache bzw. die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren aus dem Nichts, eine Entwicklung der menschlichen Kommunikation wurde durch die menschliche Stimme also durch die für sie vorhandenen Laute und durch die Gestik, wo beispielsweise das menschliche Lachen dazuzählt oder auch durch den menschlichen Ausdruck also der Gestik des Körpers was wir als Körpersprache verstehen, möglich.

Unsere Sprache ist aber auch ein sichtbarer, bzw. hörbarer Unterschied von gesellschaftliche Klassen. So verwenden Wissenschaftler für die Reinigung diesen Begriff Reinigen, während die religiöse Klasse den Begriff als Ordnen bzw. Ordnung halten begreifen und die Bauern benutzen wieder vorzugsweise die Begriffe Säubern oder Putzen.

Das geht so weit, das es hier ganze Weltbilder zu Kommunizieren gibt, während die Kirche eine, meiner Meinung nach, sprachliche Umschreibung benutzen, also die Begriffe ihrer eigenen Wahrheit entsprechen und es in ihrer Geschichte Gott war der unsere Welt in sieben Tagen erschaffen hat, sieht die Wissenschaft und vorallem die Mathematiker es für erwiesen an, dass die Welt durch den Urknall erschaffen wurde. Unsere Sprache kennt nicht für alle subjektiven Eindrücke einen Begriff, da erscheint es logischer dass die Mathematik eine Erklärung für die Schöpfungsfrage gibt, da man heute meist Probleme mit mathematischen Aufgaben löst, wie ja auch die modernen Rechenmaschine (Computer) unsere Leistungsfähigkeit erhöht haben.

Jedoch geht meiner Ansicht nach die eigentliche Geschichte des Urknalls auf die Entdeckung der Schallgeschwindigkeit in Paris zurück, und das würde heissen, das aus der biblischen Geschichte und den sieben Tagen heute damit nur eine knapp 400Jahre lange Schöpfungsgeschichte gewährleistet ist…

Marin Mersenne, 1636 maß er die Zeit, bis der Direktschall als Echo von einer in bekanntem Abstand stehenden Wand zurückkam, und erhielt so den Wert 316 m/s. Der korrekte Wert beträgt etwa 342 m/s.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marin_Mersenne

Eine solche neue Wahrheit entsteht wenn sich die verschiedenen gesellschaftlichen Geltungsbereiche nicht mehr eindeutig zuordnen lassen…

Konsensustheorie diskursiv einlösbarer Geltungsanspruch, der mit einem konstativen Sprechakt verbunden ist Aussage/Proposition begründeter Konsens unter Bedingungen einer idealen Sprechsituation

Für die Konsenstheorie (auch Diskurstheorie) ist eine Aussage dann wahr, wenn sie Anerkennung von allen vernünftigen Gesprächspartnern verdient und über sie ein – prinzipiell unbegrenzter – Konsens hergestellt werden kann. Jürgen Habermas legte 1973 in seinem Aufsatz Wahrheitstheorien[46] den wohl bislang präzisesten Entwurf einer solchen Theorie vor. Er definiert darin „Wahrheit“ wie folgt:

„Wahrheit nennen wir den Geltungsanspruch, den wir mit konstativen Sprechakten verbinden. Eine Aussage ist wahr, wenn der Geltungsanspruch der Sprechakte, mit denen wir, unter Verwendung von Sätzen, jene Aussage behaupten, berechtigt ist.“
– Jürgen Habermas
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit

Blogeintrag vom 30. Januar 2014: Nichts und die Wahrheit, definiere die Wahrheit