Öffnungszeiten ändern sich

Bei mir hier in Bregenz hat diesen Sommer die (eine von fünf) Sparfilliale ihre Öffnungszeiten angepasst. Neu ist diese Filliale täglich bis 20Uhr geöffnet ausser Samstags und Sonntags bzw. bleibt am Sonntag geschlossen. Ich bin im März aus Zürich nach Österreich umgezogen, in der Stadt Zürich sind die meisten Supermärkte täglich also Montag bis Samstag von 9 bis 21 Uhr geöffnet, einzelne z.B. die Migros im Hauptbahnhof sogar bis 6 – 22Uhr auch am Sonntag. Hier im Vorarlberg gehts aber noch ein ganzes Stück gemächlicher zu.

Wirtschaftlich ist es ein oft diskutiertes Lebenselexier für die Gesellschaft, politisch ist es ein Schnellschuss, weil es sich eigentlich nicht der Komplexität annimmt, die ein jedes Berufsleben heute mit sich bringt. Wenn die Arbeit alles von seinen Mitmenschen abverlangen kann noch vor der eigenen Familie kommt, dann steht hier sozusagen der Staat auf den Füssen der Bürger.
Und nicht nur der Kreis Berufstätiger glaubt daran, für immer wieder neue Probleme, durch vergrösserte Staats- und Wirtschaftskomplexe reagieren zu können. Die Geschäfte ziehen schon eine ganze Reihe schwerer und absurder Kettenreaktionen hinter sich her.
Diese abzustossen kann man mit einer grösseren Kaufkraft erreichen, für die weniger gut verdienenden, gibt es dann schnell einmal nichts mehr abzuzahlen. Und viele Menschen glauben daran, dass man diese Probleme aussitzen kann, also dass sich dann von alleine Lösen wieder werden.

Warum das nicht geht; weil schon bei den finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Individuen, bei einer Lohnungleichheit schlussendlich auch wichtige Arbeiten die es in der Gesellschaft zu erledigen gibt, bei Menschen landen, die davon selber aber nicht leben können. Oft werden die fehlenden Mittel bzw. die schlimmsten Ungerechtigkeiten durch soziale Zustösse ausgeglichen – das wiederum erreicht man für die Betroffenen nur durch unsichere Refinanzierungen.
Und wenn die Gesellschaft nicht gelernt hat mit ihren Problemen umzugehen, ich sehe da gerne als Musterbeispiel der private Haushalt, der vermutlich ohne die Hausarbeit der Ehefrauen und Lebenspartnerinen, durch den Ehemann bzw. Lebenspartner kaum ansehlich geführt würde: Stellt man für diese Verhaltensweise eine universelle Gültigkeit her und stülpt das unserer Industrie über, dann – wenn die ganze Gruppe der Industriefrauen in den Ständen fehlen – ergibt das ein katastrophales Bild von einer fehlgeleiteten Industrie, die ihre Umwelt bis aufs äusserste mit Schadstoffen belastet! Und das auch in Zukunft noch machen weiter wird!

Grosse, uns allen bekannte Unternehmungen also, und wichtigste Arbeitgeber haben gelernt mit solchen Modellen zu arbeiten, also gezielt für den grösseren Profit und gegen einen Arbeitsgrundsatz zu investieren und schlussendlich soll der Staat sie wie jüngst geschehen rekapitalisieren bzw. oder wird man noch grösserer gesellschaftliche Verantwortungen an die Unternehmen delegieren, und wir werden auch dafür wieder, unter anderem – mit Massregelungen und Steuergeld dafür aufkommen müssen.
Diese so entwickelten Arbeitsverhältnisse machen zum Beispiel heute Deutschland international wettbewerbsfähig, und sind ein wesentlicher, grosser Teil ihres Fortschritts und es steht seit kurzem sogar im Raum, dass die Deutsche Industrie heute preislich auch mit China konkurrenzieren kann…

Gewinnen oder Verlieren…

Der Begriff Bankrott wurde wahrscheinlich erstmals im Jahre 1457 in Hamburg gebraucht: „Bankeruth spoelen oft meer kopen dan sy betalen kunnen.“ Der Entwurf eines „peinlichen Gesetzbuchs für die kurpfalzbaierischen Staaten“ sah bereits im Jahre 1802 vor, dass, „wer durch muthwilligen Bankerut seinen Gläubigern einen Schaden zufügt“, als Strafe ins Arbeitshaus oder Zuchthaus kommen sollte. Das war der Vorläufer des heutigen betrügerischen Bankrotts. Noch 1830 galt, dass jemand betrügerischen Bankrott beging, wenn er zahlen konnte, aber nicht wollte.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bankrott

Nun wenn es erwiesenermassen Gültigkeit hat, dass die Lohnunterschiede es nach Verdienstmöglichkeit, Personen erlauben ein besseres Leben zu haben, und z.B. über eine grössere Bildung oder eine bessere Gesundheit zu verfügen, und sehr wahrscheinlich auch älter zu werden, dann wird es sich diesbezüglich auch mit der verlängerten Arbeitszeit gleich verhalten.
Wenn die Ladenöffnungszeiten sich verlängern, dann argumentieren Politiker, wird das auch wieder Arbeitsplätze schaffen, davon profitieren alle. Ich bin aber der Meinung dass das einfach gelogen ist; vielleicht wissen sie’s auch nicht besser! Aber die generelle Verlängerung von Öffnungszeit hat selbst keine wirtschaftliche Grundlage, wenn es mit einer Leistungsfähigkeit der Berufstätigen abgewogen wird.
Unsere Gesellschaftstrukturen zielen oft auf Emotionen ab, die dann wenn sie durch die Wirtschaft oder Politik durchgesetzt werden sollen, mit entsprechenden Fachberichten und Untersuchungen gestützt werden. Über solche Studien werden dann genau solche Interessen als objektiv abgewogene Massnahme in die Gesellschaft eingepflanzt. Aber zu vielen aktuellen Problemen gibt es anscheinend keine Alternativen von dieser Seite als zu solcher Bewirtschaftung. So wird zum Beispiel gegen den Klimawandel ein Klimaabkommen durch die Industrienationen als Erfolg gewertet, wo vermutlich kaum etwas gegen die dringendsten Probleme unternommen wird. Wir messen heute für Zürich 12° und für Bregenz sogar 13° Celsius. Ohne besseren Umweltschutz ist diese Politik auch wieder nur eine monozösische Pflanze oder grünes Feigenblatt – Geld bzw. der Markt spielt auch hier, an Lösungen sind – wenn deren Umsetzung auch leicht zu realisieren wären, trotzdem an finanzielle bzw. wirtschaftlich und politische Bedingungen geknüpft. Ich denke da insbesondere an Geschwindigkeitsbegrenzungen für den Strassenverkehr. Nicht nur in Deutschland wo es teilweise Strecken gibt die ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gefahren werden, auch die generelle Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 100Km/h würde schon eine grosse und wichtige Verbesserung gegenüber der heutigen Situation darstellen.

Eine nur subjektiv gültige Lösung, werden mir die einzigen Motoren dieser Industrie entgenenreiben. Doch wer für alles eine Erklärung hat, also insbesondere für den ganzen Leistungsauftrag die eine Gesellschaft für jeden bereit hält, darf selbst keine solche Leistungsgrenze sehen oder dabei helfen zu organisieren. Denn diese Leistungsgrenze ist die Gesundheit der teilnehmenden Individuen selbst und es ist eine Eigenheit unserer Beschaffenheit, dass wir zuerst diese Grenze überschreiten müssen um zu erkennen, dass es eine gibt, daher wird man die Probleme leider erst geschehen lassen müssen, damit sie als solche überhaupt wahrgenommen werden können.

Wenn nun Probleme die durch ein Berufsleben entstehen können, wie das erschwerte Einkaufen bei herkömmlichen Ladenöffnungszeiten, dann durch längere Ladenöffnungszeiten für diese Berufstätigen behoben sind, dann arbeitet solches Personal aber eben auch für dieses verschieben von Problemen – und es wird immer schwieriger diese Ursachen subjektiv wahrzunehmen. Ein Fortschritt kann das ja nicht mehr sein, wenn die Flexibilität dieser ersten Gruppe dann die Flexibilität der nächsten bzw. einer Dritten Gruppe einschränkt. Schlussendlich werden die Folgen wieder in die Gesellschaft ausstrahlen, daher werden die verschiedenen Arbeitszeitmodelle, die Menschen noch weiter auseinander bringen, und jeder neue Fehler von unserer Gesellschaft wieder soweit entwickelt werden, bis das sichtbare Nachteile für jeden Menschen austrägt.

Gerade wurde in Deutschland erfolgreich gegen eine Arbeitserlaubnis für Amazon am letzten Sonntag geklagt:

Streik bei Amazon: Ausstand bis Weihnachten

Streik bei Amazon
(Bild: dpa, Uwe Zucchi)

Verdi hat erneut zu Streiks bei Amazon aufgerufen. In Koblenz soll der Ausstand bis Heiligabend andauern. Per Gericht hatte Verdi schon die Sonntagsarbeit am vierten Advent in Leipzig, Rheinberg und Werne gestoppt.

Verbot der Sonntagsarbeit.

Die neuen Streikrunden anlässlich des diesjährigen Weihnachtsgeschäftes haben Mitte November begonnen. Seitdem werden regelmäßig Streiks in den Warenlagern ausgerufen. Zuletzt hatte Verdi durch einen Gerichtsbeschluss erwirkt, dass in den nordrhein- westfälischen Logistzentren in Rheinberg und Werne am vierten Advent nicht gearbeitet werden darf. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Für Leipzig gab es eine ähnliche Entscheidung für die Sonntagsarbeit am dritten und vierten Advent.
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streik-bei-Amazon-Ausstand-bis-Weihnachten-3049768.html